Wir rufen am sechsten Jahrestag des Anschlags vom 9. Oktober 2019 | Jom Kippur 5780 zum Gedenken und zur Erinnerung an die Ermordeten und zur Solidarität mit den Überlebenden und Angehörigen auf. Eine Reihe von Veranstaltungen beschäftigt sich im Rahmen des Erinnerns 2025 im Zeitraum um den 9. Oktober mit dem sechsten Jahrestag des Anschlags. Hier geben wir eine Übersicht über uns bekannte Veranstaltungen in Halle (Saale) und darüber hinaus, die sich mit dem Anschlag und seinen Folgen auseinandersetzen.
Diese Übersicht wird fortlaufend aktualisiert. Solltet ihr Veranstaltungen im Rahmen des Erinnerns veranstalten, welche sich noch nicht in dieser Übersicht finden, so schreibt uns gern eine E-Mail an kontakt@halle-gegen-rechts.de
„WIR SIND HIER: Die Porträts unseres Lebens“
Ausstellungseröffnung mit Künstlerin Talya Feldman
Datum & Ort: Sonntag, 28. September, 11-16 Uhr, TEKİEZ (Ludwig-Wucherer-Straße 12)
Eine Ausstellung mit Zeichnungen von Künstlerin Talya Feldman im Rahmen des digitalen Projekts „WIR SIND HIER: Ein digitaler Raum für individuelle und kollektive Trauer und Widerstand“.
Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag den 28. September von 11-16 Uhr erwartet euch außerdem ein leckeres Buffet und schöne kurdische Musik von der Band „Gewrê“ ab 14 Uhr. Weitere Öffnungszeiten der Ausstellung geben wir über Instagram (@tekiez_raum) bekannt.
Wenn ihr an der Ausstellung teilnehmen wollt, meldet euch bitte unter tekiez@friedenskreis-halle.de an mit eurem vollständigen Namen an, vielen Dank!
WIR SIND HIER ist ein Projekt von Talya Feldman und Rachel Spicker in Trägerschaft des Netzwerk Erinnern, Verändern, Aufklären e.V. (NEVA e.V).
Ceremony of Resilience
Datum & Ort: Sonntag, 5. Oktober, Atelier Gardens Berlin
Die Ceremony of Resilience ist eine einzigartige Gedenkveranstaltung, die an den Anschlag in Halle und Wiedersdorf an Yom Kippur 5780 – am 9. Oktober 2019 erinnert. Jüdische und andere Gemeinschaften, die von rechtsextremer Gewalt in Deutschland betroffen sind, kommen hier zusammen, um das Gedenken neu zu definieren und Verbindungen zueinander zu knüpfen. Die Veranstaltung trägt dazu bei, dass Überlebende ihre Stimme erheben können und schafft Raum für die jüdischen Gemeinschaft, um über ihren eigenen Beitrag gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus nachzudenken.
Die Ceremony of Resilience startet mit neuer Ausrichtung ins sechste Jahr. So wie sich das Festival of Resilience im Laufe des Jahres weiterentwickelt, verändert sich auch die Ceremony of Resilience. Aus diesem Grund ist unser diesjähriges Thema: Veränderungen.
Wir stellen uns zwei zentrale Fragen:
Was haben wir in den letzten Jahren geschaffen?
Und wie geht es jetzt weiter?
Auch in diesem Jahr wird es eine Rede und einen musikalischen Beitrag geben. Erstmals wird die Ceremony jedoch durch eine interaktive Ausstellung erweitert. Dort blicken wir auf sechs Jahre Festival of Resilience zurück:
Was hat uns Freude gemacht? Was hat uns wütend gemacht? Wie haben wir getrauert? Und woher haben wir unsere Kraft geschöpft?
All das könnt ihr euch am 5. Oktober von 17:00 bis 20:00 Uhr in Berlin ansehen und erleben. Taucht ein in sechs Jahre Festivalgeschichte mit Momenten der Freude, der Wut, der Trauer und der Kraft.
Außerdem laden wir euch ein, selbst aktiv zu werden: An mehreren Stationen könnt ihr teilen, was euch Resilienz gibt, eure Gedanken künstlerisch ausdrücken, euch miteinander austauschen – oder einfach die Ausstellung in Ruhe auf euch wirken lassen.
Die Ceremony findet auf Englisch und Deutsch statt.
Alle Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.
PS: Wenn ihr Fragen zu dieser Veranstaltung habt, kontaktiert uns per E-Mail: resilience@hilleldeutschland.org
Stilles Gedenken an der Synagoge
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 12 Uhr, Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Halle
Am 9. Oktober 2025 jährt sich zum sechsten Mal der Tag des Terroranschlags auf die hallesche Synagoge und den Imbiss in der Ludwig-Wucherer-Straße.
Um die mahnende Erinnerung an diesen Tag wachzuhalten, laden die Stadt Halle (Saale) und die Jüdische Gemeinde zu Halle (Saale) und der Kirchenkreis Halle-Saalekreis ein:
Um 12 Uhr wird es ein stilles Gedenken an der Synagoge geben; anschließend besteht bis 14:30 Uhr die Möglichkeit, das von der Jüdischen Gemeinde errichtete Denkmal „neun-zehn-neunzehn“ an der Synagoge zu besichtigen.
Gedenkrundgang: In Erinnerung und Solidarität
Gedenkrundgang von Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 14 Uhr, Beginn am Steintor
Im Gedenken an die beiden Ermordeten und in Solidarität mit ihren Angehörigen, den Überlebenden und den Betroffenen des antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Anschlags sowie der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) laden wir zu einem Rundgang ein. Im sechsten Jahr nach dem Anschlag wollen wir der Ermordeten gedenken, gemeinsam erinnern und in Solidarität mit allen Betroffenen innehalten.
Der Rundgang wird am Steintor beginnen und über die Synagoge in der Humboldtstraße, die Magdeburger Straße bis zum TEKİEZ auf der Ludwig-Wucherer-Straße führen. Wir rufen dazu auf, dort im Anschluss um 16Uhr an der Kundgebung „Am 09.10. und 364 Tage im Jahr: Räume des Erinnerns schaffen!“ mit der Soligruppe 9. Oktober, dem TEKİEZ und dem Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt teilzunehmen. Im Rahmen des Rundgangs werden wir an mehreren Orten in kurzen Redebeiträgen an den Anschlag vom 9. Oktober 2019 / Jom Kippur 5780 erinnern. Mit Schweigeminuten laden wir dazu ein, der Ermordeten zu gedenken und in Solidarität mit den Angehörigen der Ermordeten, den Überlebenden, Betroffenen und der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) zu erinnern und inne zu halten.
Kundgebung: „Am 09.10. und 364 Tage im Jahr: Räume des Erinnerns schaffen!“
Kundgebung mit der Soligruppe 9. Oktober, dem TEKİEZ und dem Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 16 – 18 Uhr, TEKİEZ (Ludwig-Wucherer-Straße 12)
6 Jahre nach dem Anschlag von Halle und Wiedersdorf an Yom Kippur 5780, dem 9. Oktober 2019.
Nach 6 Jahren wollen wir mit euch gemeinsam reflektieren: Wie schaffen wir viele Räume des Erinnerns und können diese erhalten? Wie verhindern wir, dass Gedenken inhaltsleer wird? Wie gelingt es uns, verschiedene Perspektiven einzubinden? Und wie kann Erinnern und Gedenken unabhängig von den Jahrestagen aussehen? Die Folgen des Anschlags beschäftigen uns nicht nur heute, sondern dreihundervierundsechzig Tage im Jahr.
Eure Solidarität schafft Räume des Erinnerns! Deshalb ist uns auch in diesem Jahr die Kundgebung als Ort des selbstbestimmten Gedenkens wichtig. Reden werden Überlebende des Anschlages von Halle und Wiedersdorf, aber auch Angehörige des Solidaritätsnetzwerkes der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
In Erinnerung an Jana L., in Solidarität mit allen Angehörigen und Freund*innen sowie mit allen Überlebenden des antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Anschlags vom 9. Oktober 2019 an Yom Kippur 5780 in Halle und Wiedersdorf. Auf Wunsch einer Familie posten wir einen Namen nicht. Wir gedenken allen.
Wir laden euch herzlich zur Kundgebung ein, bringt gerne Kerzen, kleine Lichter oder Laternen zum Gedenken mit.
English:
Rally: „On October 9 and 364 days a year: Create spaces of remembrance!“
Rally with the Solidarity Group October 9, TEKİEZ, and the Solidarity Network of Victims of Right-wing, Racist, and Anti-Semitic Violence
Date & Place: Wednesday, October 9, 2025, 4 – 6 pm, in front of TEKİEZ (Ludwig-Wucherer-Straße 12)
Six years after the attack in Halle and Wiedersdorf on Yom Kippur 5780, October 9, 2019.
After 6 years, we want to reflect together with you: How can we create many spaces for remembrance and preserve them? How can we prevent remembrance from becoming meaningless? How can we succeed in incorporating different perspectives? And how can remembrance and commemoration look independent of anniversaries? The consequences of the attack concern us not only today, but three hundred and sixty-four days a year.
Your solidarity creates spaces for remembrance! That is why the rally is important to us again this year as a place of self-determined commemoration. Survivors of the attack in Halle and Wiedersdorf will speak, as will members of the Solidarity Network of Victims of Right-wing, Racist, and Anti-Semitic Violence.
In memory of Jana L., in solidarity with all relatives and friends, as well as with all survivors of the anti-Semitic, racist, and anti-feminist attack on October 9, 2019, on Yom Kippur 5780 in Halle and Wiedersdorf. At the request of one family, we are not posting a name. We remember everyone.
We cordially invite you to the rally. Please feel free to bring candles, small lights, or lanterns to commemorate the occasion.
SOLIDARITÄTSNETZWERK DER BETROFFENEN RECHTER, RASSISTISCHER UND ANTISEMITISCHER GEWALT
Seit Jahrzehnten setzen sich Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und Polizeigewalt für Erinnerung, Anerkennung, Aufarbeitung und politische Konsequenzen ein. Aus diesen langjährigen Erfahrungen und Kämpfen ist 2022 ein bundesweites Solidaritätsnetzwerk entstanden, in dem sich bislang rund 25 Betroffeneninitiativen und Einzelpersonen organisieren.
Wir schaffen einen sicheren Raum für Betroffene um Erfahrungen zu teilen, politische Forderungen zu bündeln und Strategien zu entwickeln. Wir setzen uns für die konsequente Aufarbeitung rechter Gewalt, einen besseren Opferschutz und selbstbestimmte Formen des Erinnerns ein. Wir fordern, dass die Perspektiven und Erfahrungen von Betroffenen gesellschaftlich und politisch anerkannt werden. Zudem organisieren wir antirassistische und antisemitismuskritische Bildungsarbeit und bieten Workshops und Vorträge an.
Unsere Bildungs- und Beratungsformate im Überblick:
- Workshops und Schulveranstaltungen zu Rassismus, Antisemitismus und Erinnerungspraktiken
- Vorträge, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen zur Selbstorganisation gegen Kontinuität rechter Gewalt und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen
- Fortbildungen für Multiplikatorinnen, pädagogische Fachkräfte und zivilgesellschaftliche Akteurinnen
- Konzeption und Moderation selbstbestimmter Gedenk- und Erinnerungsformate
- Ansprechpartner*innen für Medien, Wissenschaft und Aktivismus
Weitere Informationen: https://selbstbestimmt-erinnern.de/initiativen/
Podiumsgespräch im Stadthaus thematisiert gegenwärtigen Antisemitismus
Podiumsgespräch: Die antisemitische Mobilisierung. Der 7. Oktober und seine Folgen.
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 19 Uhr, Stadthaus (Marktplatz 2)
Am 9. Oktober 2025 laden der Landesverband Jüdische Gemeinden Sachsen-Anhalts und das Bündnis gegen Antisemitismus ab 19 Uhr zum Podiumsgespräch mit Ahmad Mansour und Sarah Maria Sander ins hallische Stadthaus ein. Das Thema des Podiumsgespräches lautet: Die antisemitische Mobilisierung. Der 7. Oktober und seine Folgen.
Am 9. Oktober jährt sich der antisemitisch motivierte Anschlag von Halle zum sechsten Mal. Seitdem hat sich die Lage für Juden in Deutschland dramatisch verschlechtert. Das gilt insbesondere für die Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Das verheerendste Massaker an Juden seit dem Holocaust hatte nicht etwa eine Welle der Solidarität und Unterstützung im Westen ausgelöst, sondern das ganze Gegenteil: Es war der Beginn einer neuen Flut des Judenhasses, deren Ausmaß vieles übertrifft, was sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zugetragen hat. Vor diesem Hintergrund soll am Jahrestag des Anschlags in Halle ein Podiumsgespräch stattfinden. Woher rühren der extreme Hass auf Israel und die exzessive Gewalt gegen Juden, wie sie sich beim Hamas-Überfall für alle Welt sichtbar zeigten? Warum teilt insbesondere das linke akademische Milieu den Judenhass? Wie geht die jüdische Community in Deutschland mit der derzeitigen Situation um?
Diesen und weiteren Fragen soll sich das Podiumsgespräch mit Ahmad Mansour und Sarah Maria Sander widmen. Sarah Maria Sander ist Schauspielerin und Journalistin. Ahmad Mansour ist Psychologe und Autor wie etwa „Spannungsfelder. Leben in Deutschland.“ und „Operation Allah. Wie der politische Islam unsere Demokratie unterwandern will.“
Dazusetzen & Mitreden – Dialog zum Anschlagsgedenken vom 09. Oktober 2019
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 14- 16 Uhr, WELCOME-Treff (Geiststraße 58)
In einer Zeit, in der Polarisierung und Zweifel an der Demokratie zunehmen, braucht es mutige Impulse für eine offene, respektvolle Gesprächskultur. Denn dort, wo Menschen einander mit Neugier und Wertschätzung begegnen, haben Vorurteile und Populismus keinen Platz. Die HALLIANZ für Vielfalt setzt mit der Dialogreihe „Dazusetzen & Mitreden“ genau hier an: In verschiedenen halleschen Stadtteilen bringt sie Menschen miteinander ins Gespräch, die im Alltag selten in Kontakt kommen.
Auch der WELCOME-Treff ist Teil dieser Reihe – und lädt gemeinsam mit DaMigra e.V. herzlich zum Dialog im Rahmen des Anschlagsgedenkens vom 09. Oktober 2019 in Halle (Saale) ein. Es geht um Antisemitismus, Rassismus und Vorurteile – und darum, wie wir ihnen gemeinsam entgegentreten können. Setzen Sie sich dazu, reden Sie mit – Ihre Perspektive zählt!
Anmeldung bis zum 02.10.2025 bitte per E-Mail an: anmeldung@welcometreff.de
Gedenken der Stadt Halle (Saale) und des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 18:30 Uhr, Marktplatz
Am 9.10.2025, um 18.30 Uhr, laden die Stadt Halle und der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis zu einer Andacht am Geoskop auf dem Marktplatz ein. Marktkirchenpfarrerin Simone Carstens-Kant wird gemeinsam mit Pfarrer Dr. Johannes Thon ein Gebet auf Deutsch und Hebräisch sprechen. Die Beigeordnte für Kultur und Sport, Dr. Judith Marquardt richtet Worte des Gedenkens an die Gäste. Es werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, Kerzen zum gemeinsamen Entzünden mitzubringen.
Wo warst Du? 1.000 Stimmen. Drei Ausstellungen. Sechs Jahre nach dem Anschlag.
Ausstellungsreihe des Projekts Tagebuch der Gefühle
Datum & Ort: ab Donnerstag, 9. Oktober, 3 Standorte
Am 09. Oktober 2025 jährt sich der rechtsterroristische Anschlag von 2019 in Halle und Wiedersdorf. Die Projektgruppe „Tagebuch der Gefühle“ führt anlässlich dieses Gedenktages ihre im vergangenen Jahr gestartete Ausstellungsreihe unter dem Titel „Wo warst Du?“ weiter. Diese Frage stellte die Projektgruppe über 1.000 Menschen, die ihre Erinnerungen und Gedanken zum Anschlag niederschrieben.
Ausgewählte Stimmen werden ab 09. Oktober in drei Ausstellungen an folgenden Standorten zu sehen sein: Mehrgenerationenhaus „Pusteblume“ in Halle-Neustadt, Kirchengemeinde St. Briccius in Trotha und in der SBH Nordost GmbH Halle (Saale) in Halles Osten.
Informationen zu den Ausstellungsräumen und dem Programm bei Instagram und auf der Homepage.
Und nächsten Mittwoch? ERINNERN ist Heimat: Kapitel I
Auftakt der Theaterreihe zur jüngeren Zeitgeschichte am neuen theater
Datum & Ort: (Premiere) Donnerstag, 9. Oktober, 20:15 – 22:00 Uhr, neues theater Halle (Spielort: Schaufenster, Große Ulrichstraße 51)
„Okay, pass auf, fürs Gemüt. Ich mach mit bei eurer Zukunftsplanung …“
Wer erinnert? An wen? Was bleibt? Dieses choreographierte Schauspiel für drei Frauen und eine Stadt nimmt den rechtsextremen Terrorangriff am 09.10.2019 in Halle (Saale) und Wiedersdorf zum Ausgangspunkt für eine Spurensuche: Was bedeutet so eine tiefgreifende Erschütterung? Wie unterscheiden sich »Davor« und »Danach«? Was hat sich verändert – im sechsten Jahr nach dem Anschlag? Nicht um den Täter geht es, auch wird nicht die Tat selbst zur Bühne gebeten. Theater als Zeitlabor lässt Raum, Gedenken als aktives Tun anzubieten: Zuschauen und Spielen mit dem Möglichen. Es geht um Mut wie um Angst, Antisemitismus wie Stigmatisierung, neue Orte trotz alter Wunden, Fragen und die nicht so leichten Antworten – im Blick auf eine Zukunft, die alle mitgestalten sollen. Auf der fiktiven Bühne kann mensch einmal proben – dabei wird gesungen, gelacht, gerungen – auch mit den eigenen Fehlern. Anhand von Streifzügen durch die Geschichte des Judentums in Halle, nach Gesprächen mit Betroffenen der verschiedenen Opfergruppen und mit überraschenden Verbindungen zwischen Stadionbesuch und Gottesdienst lässt die versierte Regisseurin und gebürtige Hallenserin Carolin Millner Historie und Gegenwart in einem Labor des Morgen spielen.
Begleitet vom Expert*innenwissen von Betroffenen der jüdischen Gemeinde, des damaligen Kiez-Döners, der Gemeinschaft um Jana und Kevin und Aktivist*innen z.B. vom Bündnis Halle gegen Rechts, Zeitgeschichte(n) e.V., der Soligruppe 9. Oktober und dem Projekt »Tagebuch der Gefühle«, sowie der Polizei Halle ist ein theatraler Essay entstanden, der dieses Ereignis behutsam in die Zeitgeschichte der Stadt Halle einordnet und solidarisch erzählen hilft.
Autorschaft und Regie: Carolin Millner
Bühne & Kostüme: Maylin Habig
Dramaturgie: Sandra Bringer
Musik: Florian Hein
Auf der Bühne: Aline Bucher, Sybille Kreß, Elke Richter
Eine Produktion des neuen theater Halle in der Spielzeit 2025/26
Vorstellungen:
Do, 09.10.2025 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster | Premiere
Fr, 10.10.2025 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Sa, 11.10.2025 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Mi, 22.10.2025 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
Sa, 01.11.2025 | 20:15 Uhr | nt-Schaufenster
So, 02.11.2025 | 18:00 Uhr | nt-Schaufenster
„Verfemt! – Musik im Nationalsozialismus“: Konzert für Schüler*innen ab 15 Jahren
Konzert der Staatskapelle Halle
Datum & Ort: Donnerstag, 9. Oktober, 9:30 – 11 Uhr, neues theater Halle (Spielort: nt-Saal, Große Ulrichstraße 51)
In Zeiten einer Diktatur verstummt nicht nur die Freiheit, sondern auch die Kunst. Viele Komponist*innen wurden während des Nationalsozialismus verfolgt, ihre Werke verboten, ihre Stimmen zum Schweigen gebracht. Doch ihre Musik lebt – kraftvoll, leidenschaftlich und unvergessen. Das Konzert widmet sich jenen verfemten Komponist*innen, deren Werke einst als „entartet“ galten und die damals in Lagern, im Exil oder im Verborgenen entstanden sind. Heute – viele Jahrzehnte später, bewegen sie noch immer etwas in uns: Mitgefühl, Nachdenken, hoffentlich sogar Mut. Erleben Sie eine musikalische Reise durch die Schicksale von Künstler*innen, die sich dem Regime widersetzten oder ihm zum Opfer fielen. Die gespielten Kompositionen erzählen von Widerstand, Hoffnung und dem unbeugsamen Geist der Musik, eingebettet in die historischen Ereignisse des Nationalsozialismus.
Mit Werken von Kurt Weill, Victor Ullmann, Arnold Schönberg und vielen mehr.
Außerdem: Alfred Tokayer aus L’espoir de vivre (Uraufführung mit Orchester)
Yonatan Cohen (Dirigent), Emma Würzebesser (Konzeption und Moderation)
Preis: 7,00€
Tickets: theaterkasse@buehnen-halle.de oder lisa.becker@buehnen-halle.de
Fight Antisemitism!
Veranstaltung des VL Kellnerstraße e.V.
Datum & Ort: Freitag, 31. Oktober, 13 – 20 Uhr, VL (Ludwigstraße 37)
Antisemitismus ist allgegenwärtig. An einem Tag, an dem in Sachsen-Anhalt und andernorts dem leidenschaftlichen Antisemiten Luther gehuldigt wird, richten wir mit unserer Tagesveranstaltung „Fight Antisemitism“ unsere Kraft und unseren Fokus auf Vernetzung, Bildung, Diskussion und Empowerment unterschiedlicher Akteur*innen gegen Antisemitismus. Sie ist Teil unserer Reihe „Gegen jeden Antisemitismus“ und soll Raum und Rahmen für die Vermittlung von Wissen, Zusammenkommen von Engagierten aus unterschiedlichen Spektren, Austausch von Erfahrungen, Diskutieren von Strategien und nicht zuletzt Vernetzung und Kraft schöpfen schaffen.
Programm:
Vortrag Antisemitismus in der Linken mit Olaf Kistenmacher
Diskussion „Was tun gegen Antisemitismus? Wege, Möglichkeiten, Grenzen“
Diskussion „Antisemitismus in der Kultur- und Clubszene und Gegenstrategien“ u.a. mit ://about blank
Initiativen stellen sich vor, Vernetzung, Austausch
Kneipenabend
Mehr Informationen findet ihr hier.